Verabschiedung von Herrn Krause

Unser Schulassistent Herr Krause wird verabschiedet!

Text: LJ Klebba / JB 06/07 | Fotos: Kuchler, Fisch




"Nicht verzagen, Krause fragen!"

"Es ist eine Verabschiedung, wie sie es noch nie am Gymnasium am Mühlenweg gegeben hat.", mit diesen Worten eröffnete Schulleiter, Dr. Rolf Schudnagis seine Abschiedsrede für den Schulassistenten. Denn Wilfried Krause selbst gab bei seiner Verabschiedung am 1.Oktober 2007 mit seinem Mandolinenorchester des Deutschen Roten Kreuz ein kleines Konzert. 36 Jahre lang hatten die Lehrer sich stets auf Herr Krause verlassen können, sodass es schnell hieß, "Nicht verzagen, Krause fragen!". Er war seit 1971 Schulassistent und somit der Mann für alles. "Man meinte, das Herr Krause, den Firmennamen "Könn'se ma'" trage und deren Mitarbeiter ihn auch mit diesem ansprachen", so Bernd Coldewey in seiner Abschiedsrede im Namen des gesamten Lehrerkollegiums. Nur um zu verdeutlichen, wie oft die Lehrer von seinem Helfen und Können Gebrauch gemacht hatten. "Ich habe in den 36 Jahren im schönsten Beruf gearbeitet, den man sich vorstellen kann", sagte Wilfried Krause. Nach seiner langen Berufserfahrung heißt diese Aussage schon etwas, denn immerhin war er 51 Jahre im Berufsleben. Wilfried Krause begab sich im Alter von 14 Jahren in die Lehre zum Feinmechaniker bei den ehemaligen Olympiawerken. Dort wurde er 1957 als Geselle übernommen und hatte dort eigentlich einen sicheren Arbeitsplatz. Trotzdem zog ihn 1964 die "Sehnsucht nach der Seefahrt" hinaus auf das große, weite Meer. Ein Jahr lang arbeitete er als Maschinenpfleger auf einem Erzschiff. Um eine Familie zu gründen, machte er eine Berufsausbildung zum Autoschlosser bei Opel Schmidt. Was er damals noch nicht wissen konnte war, dass dieser Arbeitsplatz es sein würde, der ihm später zu seinem "Traumberuf" verhelfen würde. Doch so einfach ließ ihn das Wasser- und Schifffahrtsamt erst mal nicht gehen und beschäftigte ihn mit Aufgaben, wie der Renovierung des Feuerschiffes 1967 oder den Saugbaggernotständen. Im Jahre 1971 bewirbt Wilfried Krause sich auf die ausgeschriebene Stelle als Schulassistent, wo er jedoch abgelehnt wird. Durch einen Zufall von Verbindungen zwischen Opel Schmidt und dem Gymnasium am Mühlenweg wird er im Oktober doch eingesellt und beschreibt dieses als den "Beginn einer schönen Zeit." Wilfried Krause brachte alles mit, was von einem Schulassistenten an technischer Ausbildung verlangt wurde, es ging sogar noch darüber hinaus. Für 25 Lehrer war damals ein Technikassistent vorgesehen. Er sollte den Lehrern, das Arbeiten im Unterricht mit technischen Geräten erleichtern und ihnen dabei zur Hand gehen. Als Herr Krause 1971 begann, gab es noch keine Kopierer oder ähnliche technische Geräte und so lag sein Aufgabengebiet anfangs im Bereich der Physik. Dort half er bei Versuchsaufbauten und war gleichzeitig für die Physiksammlung zuständig. Bald erlebte er die Anfänge der Sprachlabore und dem Officedruck, woraus sich seine Faszination für die moderne DVD- und Kopietechnik entwickelte. Sein Kellerdomizil brachte er technisch so auf Vordermann, dass die anfänglichen Bedenken gegenüber dem Arbeiten im modrigen Keller bald verflogen. Von da an war Wilfried Krause Beherrscher von 45 Overheadprojektoren, 12 Video/DVD-Kombinationen, und 12 Filmprojektoren. Er war Techniker im Sprachlabor und wartete über 18 Diaprojektoren und 9 Teleskope. "Über 400 000 Blatt Papier wurden jährlich von Herrn Krause verarbeitet, was ein Papierstapel von 40 Metern ergeben würde", so machte Klaus Schöpfer deutlich wie viel der ehemalige Schulassistent geleistet hat. "Seine Leidenschaft und sein Perfektionismus zum Maschinenbau wurden von der Schule schamlos ausgenutzt", erzählte Herr Schöpfer. So habe Wilfried Krause auch eigene Sachen entwickelt, die der Schule selbst von nutzen waren. Sein Konzept zur Bauerweiterung von Transportkisten für die Mikroskope, ist nur eine geniale Idee gewesen. Auch jetzt kann er sich dieser Faszination nicht einfach entziehen und wird weiterhin als freier Erfinder arbeiten.