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'Nichts über uns, ohne uns'
Wilhelmshaven-GaM|NH - Am 08. Februar 2008 besuchte die Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer den Politikkurs des 13. Jahrgangs des Gymnasiums am Mühlenweg.
Diskutiert wurde über die Verfassung der Demokratie in Deutschland, "Politainment" und "Boulevardisierung".
"Wir können froh sein, dass wir in einem Staat wie Deutschland leben. Viele andere Länder beneiden uns um unser Grundgesetz.", so Evers-Meyer.
Zu der Frage, in wie fern ein einzelner Abgeordneter im Bundestag im Stande ist, seine persönliche Meinung durchzusetzen, wenn die Fraktion dagegen ist, sagt sie: "Um ernst genommen zu werden, muss man schon ordentlich Randale machen. Aber in großen Koalitionen spielt der einzelne keine große Rolle. Wenn es jedoch um die Wurst geht, halten auch zwei Abgeordnete einer Region, verschiedener Parteien, zusammen."
Weiterhin erklärt die sympathische Politikerin, dass wir eine hervorragende Demokratie haben, sie es also nicht verstehen kann, wie "Politikverdrossenheit" aufkommen kann.
Die aufgeschlossenen und merklich interessierten Schüler argumentieren mit unverständlichen Wahlsprüchen, aussagelosen Broschüren und "Politikern, die eh nur über ihr Privatleben reden".
Hier gibt Evers-Meyer die Schuld den Boulevard-Blättern: "Die Zeitungen müssen besser informieren, damit die Leute Politiker bestimmten Themen und Ansichten zuordnen können. Unsere Gesellschaft ist auf Konsum ausgerichtet. Sie hat keine Lust sich mit komplexen Themen auseinander zu setzen. Sie denkt in Schwarz und Weiß. Alles andere dazwischen ist zu kompliziert."
Hätte das Klingeln zur nächsten Stunde den Gesprächskreis nicht unterbrochen, hätten die Schüler und die Bundestagsabgeordnete wohl noch wesentlich länger weiterdiskutiert.
Aber das regt ja an, diese Veranstaltung zu wiederholen…
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