Studienfahrt nach Frankfurt a.M.

Text: Kim-Sarah Rutezki und Aike Tappe | Fotos: nicht bekannt

Frankfurt, GaM - Zugegeben: Herr Schöpfer musste einiges an Überzeugungsarbeit leisten, um uns dazu zu bewegen, Frankfurt am Main als Ziel für unsere Studienfahrt zu akzeptieren, hatten wir uns doch in den Kopf gesetzt, irgendwo ins Ausland zu fahren. Aber: "In Frankfurt kann man genauso viel erleben wie überall sonst!"
Also trafen wir uns am Morgen des 10.08.2009 am Wilhelmshavener Hauptbahnhof, wobei Lena sich bereits alle Mühe gab, ein berühmtes Frauenklischee zu erfüllen, indem sie neben ihrem Koffer noch eine extra Schuhtasche mit auf die Reise nahm. Herr Schöpfer ließ während des Umsteigens keine Gelegenheit aus, sie damit aufzuziehen ("Lena, vergessen Sie ihre Schuhtasche nicht!")
Angekommen im Haus der Jugend, das direkt am Frankfurter Mainufer liegt, hatten wir erstmal eine kurze Gelegenheit unsere Zimmer zu beziehen, bevor sich eine Rundführung durch Frankfurt anschloss. Wir vermuten inzwischen, dass der Stadtrundführer mitten im Training für die 50km Gehstrecke der Leichtathletik WM steckte, denn bei seinem Tempo konnten nur wenige von uns mithalten (eigentlich nur Herr Schöpfer). Trotzdem bekamen wir einiges zu sehen. Die Paulskirche, in der zu Zeiten der deutschen "Fastrevolution" die Nationalversammlung tagte, mussten wir aber leider mit dem dezenten Hinweis, "Sascha, schick mal die Leute raus, hier ist Feueralarm", ziemlich schnell wieder verlassen.
Die Führung endete mitten im Geschäftsviertel Frankfurts und wir bekamen schon mal einen Eindruck, wo wir in der Freizeit unser Geld ausgeben könnten. Nach dem Abendessen in der Herberge ließen wir den Tag dann gemütlich ausklingen.
Für Dienstag sah unser Programm den Palmengarten vor. Nach einem spannenden dreistündigen Praktikum, bei dem wir fleischfressende Pflanzen und die Opfer ihrer raffinierten Fallen unter dem Binokular betrachten konnten und Lena ihr außergewöhnliches Talent für Fotografien durchs Okular entdeckte, erhielten wir in den riesigen Gewächshäusern noch einen Einblick in die tropische Vegetation. Allerdings waren wir bei den ohnehin schon hohen Temperaturen nicht gerade begeistert, als unsere Betreuerin uns eröffnete, wir würden jetzt noch das heißeste Haus des Palmengartens betreten. Als Entschädigung gab es aber Schokolade für alle. Später am Abend entdeckten dann noch einige von uns bei einer Tour durch Frankfurts Kneipen, dass es dort offenbar üblich ist, die Männertoiletten mit Eiswürfeln zu füllen (Philipp und Sebastian hatten ihren Spaß).
Der Mittwoch begann dann mit einem Besuch bei der Firma Merck, dem ältesten Pharma- und Chemiekonzern der Welt. Wir wurden unter anderem von einem sehr adretten jungen Mann betreut, der die Mädchen anschließend mit Kennermiene bei der Wahl ihres Lippenstiftgeschenks beraten konnte. Außerdem nutzten wir eine alte Tablettenpresse um Traubenzuckerbonbons mit Zitronenaroma herzustellen. Mit dieser kleinen Stärkung schafften wir es problemlos zum Mittagessen in der Werkskantine, das deutlich besser schmeckte und von der Firma gesponsert wurde. Am Nachmittag lernten wir noch das Geburtshaus des Mannes kennen, der vielleicht verantwortlich für ein wichtiges Thema im Deutschabitur ist und einen gewissen Werther ganz schön leiden ließ.
Die riesigen Saurierskelette, denen wir Donnerstagmorgen im Senckenbergmuseum gegenüberstanden, weckten bei manchen den Wunsch, eine bekannte Versicherungswerbung nachzuspielen. Wir widmeten uns stattdessen aber lieber der Evolution der Wirbeltiere und durften es uns dabei auf den hauseigenen Klappstühlen bequem machen, obwohl uns erzählt wurde, dass ein Mensch auch ganz ohne seine Oberkörpermuskeln anzuspannen, aufrecht stehen könnte… apropos Muskeln: als unsere Museumsführerin Philipp bat seinen Bizeps zu demonstrieren, nutzte Herr Schöpfer die Gunst der Stunde um ebenfalls die Folge zweifellos harten Trainings unter Beweis zu stellen.
Anschließend ging es in einem Bus über den Frankfurter Flughafen. Man mag es kaum glauben, aber es gibt doch tatsächlich Leute, die es sich leisten können, dort mit einem Privatjet für eine Gebühr von bis zu 14000 Euro zu landen. Wir beobachteten mehrere Starts und Landungen, bevor wir uns mit den Feuerwehrmännern des Flughafens anfreundeten. Abends war dann wieder viel Zeit für private Veranstaltungen und Kostproben des berühmten Frankfurter Apfelweins.
Entspannt starteten wir unseren letzten Tag der Studienfahrt mit einem Besuch der Wertpapierbörse. Die Tricks der Börsenmakler sind uns jedoch verborgen geblieben, obwohl sich ein bekannter Herr alle Mühe gab, durch geschickte Fragen alle Geheimnisse zu lüften. Bulle und Bär sind bei einem Gruppenfoto trotzdem unsere Freunde geworden.
Ab zwölf konnten wir selbst unsere Freizeit gestalten und die meisten Mädchen zog es in die "Zeil", die bereits erwähnte Einkaufsmeile, andere in den !elefantenlosen! Zoo, der Elefanten in seinem Logo enthält.
Der gemeinsame Abschlussabend am Mainufer gab uns allen die Gelegenheit, die Fahrt entspannt abzurunden. Wir haben in dieser kurzen Zeit viel erlebt und danken vor allem Frau Helmig-Hochheiser und Herrn Schöpfer für die schöne Studienfahrt!



Bilder der Reise: