Studienfahrt nach London - 2010

Text: Dennis Vorreiter, Britta Niemann und Marcel Kuchler |
Fotos: Britta Niemann, Dennis Vorreiter, Herr Dr. Jänicke, Imke Beewen, Marcel Kuchler, Patrick Voelter, Rieke Fisch und Tristan Konrad

London, GaM - Samstagabend. Parkplatz Halle Mühlenweg - Neu. Der Chemie Leistungskurs.
Nein, das ist keine innovative Art des Nachsitzens, sondern der Beginn der Studienfahrt in die Hauptstadt Englands. London. Mehr als zehn Stunden Fahrt standen uns bevor. Sowohl zu Land als auch zu Wasser. Die Reisegruppe von 22 Schülern wurde begleitet von unserem Tutor, Herr Jänicke, der freundlichen Begleitung Herrn Watermanns und einem ausgeklügelten Reiseprogramm; das galt es auszukosten.
Am frühen Vormittag in Londons Stadtteil Paddington angekommen, blieb uns kurz Zeit zu verschnaufen und die Koffer sicher im Hotel zu verstauen. Dann ging es sofort los mit einem kleinen Rundgang. Erst über Bayswater, dann dem Grün des Kensington Garden bis zur eindrucksvollen Größe des Hyde Parks kamen wir schlussendlich an einer der eindrucksvollsten Attraktionen des sonntäglichen Londons an: Speakers Corner. Hier gaben die Aktionäre ihre Meinung kund; in ebenfalls sehr bemerkenswerter Lautstärke.
Zum Verschnaufen blieb ebenso Zeit, bis es zum Einchecken ins Hotel ging.
Durch die Gänge hallten eindrucksvolle "Ah"s und "Oh"s, als man die Flachbildschirmfernseher erblickte, wiederum andere waren schon von den Wasserkochern fasziniert.
Am frühen Abend machten wir uns dann mit der U-Bahn auf nach Covent Garden. Ausgewählte Künstler zeigten uns ihre außergewöhnlichen und originellen Fertigkeiten. Und so ganz nebenbei war auch angenehmes flanieren durch die Markthalle von Covent Garden möglich.
Von hier aus blieb uns die Möglichkeit, den berühmten Piccadilly Circus oder auch China Town zu bewundern.

Der Auftakt der Woche begann gegen 9.00Uhr mit einer Stadtrundfahrt durch London - auf Englisch. Big Ben (oder der Glockenturm), das London Eye, Palace of Westminster oder auch die Westminster Abbey. Nach einem ersten Überblick über die Sehenswürdigkeiten Londons und interessanten Informationen und Geschichten zu einigen Gebäuden, ging es dann zur Mittagszeit zum British Museum. Ob Antike, Mittelalter oder Altägypten. Hier gab es für jede Ära eine Ausstellung. Und wem das nicht gefiel, der hatte die Freude an dem restlichen Tag. Denn bei strahlender Sonne (in London!) hieß es nun: Freizeit!

"Nach der Ruhe kommt der Sturm", heißt es ja bekanntlich und somit hatten wir am Dienstag einiges vor.
Den Vormittag verbrachten wir in Shakespeare´s Globe Theatre unter dem Thema einer Lecture-performance. Auf unterhaltsame und lehrreiche Weise wurde uns vermittelt, wie Shakespeare seinen Stücken Tiefe verleite und was das Globe Theatre so besonders macht. Natürlich war man mit "hautnah" dabei.
Gegen Nachmittag ging es weiter zu einer Führung durch das Parlamentsgebäude. Für die einen auf Englisch, für die anderen auf Deutsch.
Eindrucksvolle Architektur und Kunst begleitete uns durch das Ankleidezimmer der Queen, dem Ober- und dem Unterhaus.
Das Abendprogramm führte uns wieder zum Globe Theatre. Wo wir vor einigen Stunden noch selbst unser Glück mit dem darstellenden Spiel versuchen durften, zeigten uns jetzt die Profis, wie man es richtig machte.
Im Stück Henry VIII. brachte man uns den damaligen König (und seine Frauen) etwas näher, wenn man doch nur verstanden hätte, was gesagt wurde.
Nach so einem Tag hatte man sich dann einen gemütlichen Ausklang im Pub Anchor verdient.
In dieser Nacht war es schon um einiges ruhiger.

Mittwoch stand ein kleiner Rundgang auf dem Plan.
Wir schnupperten erneut die idyllische Luft des Hyde Park, vorbei am Green Park (der seinem Namen alle Ehre macht), bis zum Buckingham Palace. Hier blieb uns Zeit, das Anwesen der Queen ein bisschen zu begutachten.
Weiter ging es mit ein wenig mehr Action. Horse Guards zeigte uns die einmalige Art des Wachwechsels. Disziplin vom Feinsten.
Gegen Mittag ging es weiter mit dem Schiff über die Themse nach Greenwich zum Old Royal Observatory. Neben der Ausstellung zur Entwicklung der Längengrade und der Camera Obscura , beeindruckte wohl am meisten der metallene Streifen, der quer über den Vorplatz des Observatoriums lief, die Besucher. Der Nullmeridian. Hier war der östliche Teil der Erde nicht einmal mehr ein Katzensprung vom westlichen entfernt.
Hatte man sich entschieden, welcher Teil der Erde einem schöner erschien, ging es zurück mit der Light Railway. Noch einmal einen Dank dafür, dass man uns kostenlos mitfahren ließ.

Der Donnerstag stand im Zeichen der Mystik.
Am Morgen stand die Exkursion nach Stonehenge an. Mit einer Audioführung (auf Deutsch) brachte man uns das Geheimnis um Stonehenge etwas näher. Doch trotzdem bleiben noch immer viele Fragen um dieses Phänomen ungelöst.
Mittags verbrachten wir die Freizeit in Salisbury und sahen uns die nahegelegene Kathedrale an. Angespornt von all der religiösen Spiritualität gab es für Wiebke und Herrn Jänicke noch einen Glückskreis gefolgt von einem lauten "Ohm".

Freitag rückte langsam das Ende der Fahrt näher. Vielleicht deshalb war nur der Vormittag mit dem Besuch des Imperial War Museum belegt. Wie lebte man in einem Schützengraben und welchen Eindruck vermitteltet ein Luftschutzkeller. Diese Fragen wurden uns unter anderem beantwortet.

Bevor es dann Samstag mit der Fähre zurück zum Festland ging, hatten wir tagsüber noch einiges vor.
Morgens blieb uns die Möglichkeit, einen Abstecher über den Portobello Road Market zu machen oder Einblicke in die heiligen Hallen des Kaufhauses Harrods zu erhaschen.
Nachmittags verabschiedeten wir uns von unserem Hotel und London, während uns der Glockenturm und das London Eye noch letzte Abschiedsblicke zuwarfen.
Bevor wir allerdings den Hafen Dover erreichten, machten wir noch kurz Halt in Canterbury.
Natürlich durfte ein Einblick in den Hauptsitz der anglikanischen Kirche, der Canterbury Cathedral, nicht fehlen. Der Zufall war auf unserer Seite. Während des Rundgangs durch den beeindruckenden Baustil der Kathedrale, begleiteten uns die Stimmen der Chorgesänge.
Spät abends ging es dann auf die Fähre und, mit etwas weniger Elan als auf der Hinfahrt, zurück nach Wilhelmshaven, wo man uns schon früh morgens erwartete.

Man hätte nicht mehr in einer einzigen Woche erleben können und deshalb möchten wir Herrn Jänicke noch einmal ausdrücklich für die Organisation und Planung unserer einmaligen Studienfahrt danken.
Herr Jänicke, vielen vielen Dank für die wunderschöne Woche in London!



Bilder der Studienfahrt: