Das Fach Religion

Religionsunterricht am GAM
Kay - Britta Stahl / Fachobfrau ev. Religion


Der Religionsunterricht hat an unserer Schule einen hohen Stellenwert. Dies ist an mehreren Punkten erkennbar:
  • Seit Jahren können wir in allen Jahrgängen den Unterricht voll erteilen. Lediglich im Jahrgang 11 werden aus organisatorischen Gründen während der Übergangszeit bis zur vollständigen Umsetzung der VOGO nur drei der vorgesehenen vier Stunden im Jahr unterrichtet.

  • Die Anzahl der Leistungsüberprüfungen im Jahrgang 10 lag im Vergleich mit den anderen Fächern meistens an erster Stelle und das, obwohl nicht alle Schüler und Schülerinnen am RU teilnehmen.

  • Seit Bestehen des Gymnasiums am Mühlenweg haben in jedem Jahr Abiturientinnen und Abiturienten Religion als Prüfungsfach gewählt.

  • Durch die Beharrlichkeit der Fachgruppe konnte in diesem Schuljahr bei uns ein Religionsprüfungskurs im Jahrgang 12 eingerichtet werden, an dem insgesamt 22 Schülerinnen und Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums und des Gymnasiums am Mühlenweg teilnehmen.

  • In den Jahrgängen 5 bis 8 unterrichten wir mit behördlicher Genehmigung im Rahmen des durch den Erlass vom 13.01.1998 ermöglichten Kooperationsmodells Religion im Klassenverband durch evangelische oder katholische Lehrkräfte. Auf der Grundlage der bisher gemachten positiven Erfahrungen bereiten wir gerade den Folgeantrag vor.

  • Viele nichtkonfessionell gebundene Schülerinnen und Schüler nehmen am RU teil. Dies gilt zum einen für den kooperativen Unterricht in 5 bis 8, der sogar von einem Teil der muslimischen Schüler und Schülerinnen (wenn auch zum Teil mit einschränkenden Auflagen durch die Eltern und ohne Zensierung) besucht wird, und zum anderen für die Jahrgänge ab Klasse 9, die alternativ den Werte-und-Normen-Unterricht belegen können.



Als besonders positiv hat sich die Entscheidung, mit Einführung der Klassen 5 und 6 am Gymnasium den Religionsunterricht in Kooperation der beiden Konfessionen zu unterrichten, erwiesen. In der Regel kommen die Kinder aus kleinen, überschaubaren Grundschulen und haben in der Anfangsphase des Gymnasialbesuchs noch Orientierungsschwierigkeiten. Durch den Unterricht im Klassenverband, auch im Religionsunterricht, können diese Schwierigkeiten gemildert werden. Darüber hinaus bieten gerade die für den Jahrgang 5 vorgesehenen Themen die Möglichkeit, das Zusammenwachsen der Klassengemeinschaft zu stärken und Konflikte zu bearbeiten. Aus diesem Grund haben sogar im ersten Jahr nach der Schulreform zwei Klassenlehrerinnen, die nicht Religionslehrerinnen sind, das Fach unterrichtet.

Für die Kooperation spricht weiter, dass man sich in einer Stadt wie Wilhelmshaven, in der sich mit Stichtag vom 31.12.2005 lediglich 38 059 Menschen zum evangelischen und 9 446 zum katholischen Glauben bekannten, während 34 897 Personen als konfessionslos oder mit anderer Religion gemeldet waren (in der Altersgruppe zwischen 30 bis 60 Jahren sogar ev. und kath. Christen zusammen nur 51,4% der Bevölkerung ausmachen - so die Statistik der Stadt Wilhelmshaven) auf gemeinsame Werte besinnen und nicht noch die Unterschiede betonen sollte. Auch unterstützen insbesondere die Kollegen und Kolleginnen der Geisteswissenschaften dieses Modell, damit die Schülerinnen und Schüler eine Grundbildung im abendländischen Denken erhalten, die durch den Traditionsabbruch in den Familien nicht mehr unbedingt gewährleistet ist.

Sobald die Schülerinnen und Schüler religionsmündig sind - aus organisatorischen Gründen erst mit Abschluss des achten Schuljahres und nicht unmittelbar nach der Konfirmation oder Kommunion - erhalten sie die Möglichkeit, zwischen dem Unterricht in Werte und Normen oder dem beider Konfessionen zu wählen. Wegen der kleinen Lerngruppen findet allerdings der katholische Unterricht jahrgangsübergreifend für 9 und 10 statt und muss deshalb auch aus wohl nachvollziehbaren organisatorischen Gründen in die 7. und 8. Stunde gelegt werden, während der evangelische Religionsunterricht "im Band" mit Werte und Normen erteilt wird.

Neben einer engen Zusammenarbeit mit Werte und Normen - in der Regel konferieren die drei getrennten Fachschaften WN, kath. und ev. Religion gemeinsam - beteiligen sich die Kolleginnen, sofern sie nicht durch einen Gestellungsauftrag daran gehindert werden, an den an unserer Schule eingerichteten Fächern, die bewusst fachübergreifend organisiert sind: So waren bisher zwei Kolleginnen an der Konzeption und Durchführung des Faches "FMT" beteiligt und sind jetzt auch die ersten, die in Zusammenarbeit mit Kolleginnen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich das Seminarfach unterrichten.

Im folgenden Rahmenplan spiegelt sich das Kooperationsmodell für die Jahrgänge 5 bis 8 wider (links die Themen der CV/RRL evangelische Religion, rechts die Themen für katholische Religion). Darüber hinaus versuchen wir, auch in den Jahrgängen 9 und 10, so weit es geht, thematisch parallel zu arbeiten.

Die Themen sind abgeleitet aus den Vorgaben:

  • Curriculare Vorgaben für das Gymnasium Schuljahrgänge 5/6. Evangelischer Religionsunterricht (Hannover 2004)
  • Curriculare Vorgaben für das Gymnasium Schuljahrgänge 5/6. Katholischer Religionsunterricht (Hannover 2004)
  • Rahmenrichtlinien für das Gymnasium. Schuljahrgänge 7-10. Evangelischer Religionsunterricht (Hannover 2003)
  • Rahmenrichtlinien für das Gymnasium. Schuljahrgänge 7-10. Katholischer Religionsunterricht (Hannover 2003)
  • Rahmenrichtlinien für das Gymnasium - ev. Religionslehre - Gymnasiale Oberstufe (Hannover 1985)
mit den verbindlichen Leitbegriffen (mit Angabe der Lernfelder):
  • Gott (A)
  • Geschenkte Freiheit - Rechtfertigung (ev.) / Geschenkte Freiheit - Gemeinschaft der Glaubenden (kath.) (B)
  • Jesus Christus (ev.:A, kath.: B)
  • Gerechtigkeit und Nächstenliebe (C)
  • Weltreligionen (D)
  • Bibel (A)
  • (Schöpfung, ev.: B, kath.: A)
  • (Judentum, D)
Jahrgang 5
  • Abraham steht am Anfang (D)/ Jahreskreis, Feste und Feiern der abrahamitischen Religionen (D)
  • Konflikte austragen - sich versöhnen (B)/ Kinder Gottes in der Einen Welt (C)
  • Biblische Geschichten und ihre Symbole (A)/ Die Bibel - ein Buch verändert die Welt (A)
  • Gottes Schöpfung - Geschenk und Aufgabe (A)/ Die Schöpfung - Gottes Geschenk an den Menschen (A)
Jahrgang 6
  • Gott in Lebensgeschichten (A)/ Gott ganz anders und nah (A)
  • Jesus von Nazareth in seiner Zeit und Umwelt (A)/ Zeit und Umwelt Jesu (B)
  • Angst und Geborgenheit (C)/ Gemeinsam glauben in verschiedenen Kirchen (B)
  • David - eine Brücke zwischen Judentum und Christentum (D)/ David - König Israels
Jahrgang 7
  • Die Botschaft Jesu entdecken (A)/ Jesus von Nazareth und seine Botschaft vom Reich Gottes (B)
  • Schuldig werden Vergebung erfahren (C)/ Kirche für die Menschen (B)
  • Für die Gerechtigkeit Gottes eintreten - prophetisches Reden und Handeln (C)/ Propheten gestern und heute (C)
  • Schma Israel - dem Judentum begegnen (D)/ Die Juden - unsere älteren Schwestern und Brüder (D)
Jahrgang 8
  • Nach Gott fragen - Gottesbilder deuten (A)/ Nach Gott fragen - Gottesbilder (A)
  • Allah uh Akbar - den Islam kennen lernen (D)/ Islam - die dritte abrahamitische Religion (D)
  • Mit der Bibel Erfahrungen machen (A)/ Verständnis biblischer Texte (A)
  • Von der Schöpfung erzählen (A)/ Schöpfungserzählungen (A)
Jahrgang 9 (eRe)
  • Verantwortetes Leben in der Schöpfung (B)
  • Die Bibel zwischen Glauben und Wissenschaft (A)
  • Frieden und Gerechtigkeit in der Einen Welt (B)
  • Rechtfertigung: Befreiung zum Leben (C)
Jahrgang 9 (kRe)
  • Die Schöpfung bewahren (A)
  • Sprache der Bibel (A)
  • Unterwegs in die Moderne (B)
  • Zwischen Verheißung und Erfüllung - die Bergpredigt (C)
Jahrgang 10 (eRe)
  • Glaube an Gott - Zweifel an Gott (A)
  • Glaube an den auferstandenen Christus (A)
  • Hinduismus, Buddhismus (D)
  • Blick nach Israel (D)
Jahrgang 10 (kre)
  • Glaube an Gott - Zweifel an Gott (A)
  • Kreuz und Auferstehung Jesu (B)
  • Hinduismus, Buddhismus (D)
  • Christen und Juden - eine leidvolle Geschichte (D)
Jahrgang 11
  • Was ist Religion? - Einführung in Christentum und Religion (B)
  • Menschenbilder -Gottesbilder (C)
  • Jesus Christus und Einführung in das NT (A)
  • Gewissen und Handeln - Ethik
Oberstufe
  • 12/1: Anthropologie
  • 12/2: Gott und Gottesbilder
  • 13/1: Einführung in die Ethik
  • 13/2: Ethik und Zukunft





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